Peru,  Südamerika

🇵🇪 SONNENAUFGANG IN MACHU PICCHU

Einen der bisher schönsten Momente all unserer Reisen erlebten wir im Jahr 2017 in Peru. Früh am Morgen waren wir aufgestanden und mit dem Bus hinauf nach Machu Picchu gefahren. Oben angekommen beeilten wir uns, eines der Plateaus oberhalb der Ruine zu erreichen. Als wir uns dort umdrehten, schoben sich die ersten Sonnenstrahlen des Tages über die hohen Gipfel der Anden. Was folgte, war ein unvergleichlicher Sonnenaufgang. Die alten Mauern und Terrassen der Inka wurden Schritt für Schritt ins rechte Licht gerückt, bis die Sonne hoch über Machu Picchu stand. Eine ganze Zeit lang verweilten wir an diesem magischen Ort und genossen, was wir sahen. 

Sonnenaufgang über der Inka-Ruine Machu Picchu

Einen Tag zuvor erreichten wir mit dem Andenzug des Anbieters „IncaRail“ die kleine Ortschaft „Aguas Calientes“. Kurzerhand brachten wir zunächst unsere Koffer in die Unterkunft am Rande des Dorfes. Sobald wir aus dem Fenster unseres Zimmers schauten, blickten wir auf den glatten Fels, der neben einem halb gefüllten Flussbett steil in die Höhe ragte. Fast über seine gesamte Fläche war er gespickt mit unzähligen Orchideen, wie wir es zuvor noch nie gesehen hatten. Ansonsten war ein sattes Grün die dominante Farbe der Umgebung, hier in Aguas Calientes, am Rande des peruanischen Regenwaldes. In der Folge spazierten wir ein wenig durch das kleine Städtchen und aßen in einem der vielen Restaurants eine Kleinigkeit zu Mittag. Später am Nachmittag waren wir mit unserem Tour-Guide verabredet, der uns am Folgetag nach Machu Picchu begleitete. 

Zurück im Hotel trafen wir Irving in der Lobby. Wir setzten uns auf eines der Sofas und lauschten gespannt, was er uns erzählte. Zunächst erfuhren wir mehr über Land und Leute, den kleinen Ort Aguas Calientes und unseren bevorstehenden Besuch von Machu Picchu. Große Augen machten wir, als Irving uns mitteilte, dass wir am Morgen einen der ersten Busse hinauf zur Ruine bekommen müssten. Nur dann konnten wir den Sonnenaufgang über Machu Picchu erleben. Was das bedeutete, war uns beiden schnell klar – eine kurze Nacht und ein zeitiges Aufstehen. 

Als wir am darauffolgenden Tag das Hotel früh am Morgen verließen, liefen wir, gemeinsam mit Irving, die paar Meter in Richtung Bahnhof. Dort starten die Pendelbusse ihre Fahrt hinauf nach Machu Picchu. An der „Haltestelle“ angekommen – letztlich war es allerdings nicht mehr, als eine normale Straßenkreuzung im Ort – waren wir bei weitem nicht die Ersten. Eine lange Schlange von Touristen aus aller Herren Länder reihte sich eng hintereinander den angrenzenden Berg hinauf. Wir liefen also an der scheinbar nie endenden Menschenschlange vorbei, um uns an ihrem Ende anzustellen. Nach anfänglicher Ernüchterung auf Grund des massiven Andrangs sprach Irving uns Mut zu. Die Wartenden seien seiner Erfahrung nach schnell in die Busse verladen und nach Machu Picchu hinaufgebracht, wenn es erst einmal losginge. Und was sollen wir sagen, natürlich hatte er recht!

Es dauerte nicht lange und wir hatten in einem der Busse Platz genommen und fuhren los. Über eine enge Serpentinenstraße schlängelten wir uns den Berg hinauf, begleitet von kleineren Wasserfällen, die sich ihren Weg ins Tal suchten. In der Ferne tauchten zwischen den dicht bewaldeten Hängen immer wieder gerodete Passagen auf. Dort hatten die Inka vor hunderten von Jahren fruchtbare Terrassen für die Landwirtschaft angelegt. Spätestens mit dem Anblick der Terrassen war unser Abenteurer-Gen geweckt und die Spannung auf die sagenumwobene Ruine stieg mit jeder Kurve, die der Bus auf seinem Weg nahm. Als der Bus hielt, waren es nur noch wenige Schritte bis zum Eingang zur Zitadelle. 

Wir konnten es kaum noch abwarten, das Gelände zu erkunden. Zunächst gab Irving uns jedoch noch einige Einblicke in die Entdeckung Machu Picchus durch den amerikanischen Forscher H. Bingham. Auch er soll bereits von der Schönheit der Anlage überwältigt gewesen sein. In der Folge stiegen wir über Steintreppen und spazierten einige schmale Wege entlang. So gelangten wir auf ein Plateau oberhalb der Ruine.

Wie bestellt, kletterte die warme Andensonne in er Folge in die Höhe, bis die ersten Sonnenstrahlen über die umliegenden Gipfel der Anden schienen. Sie trafen zunächst auf den nahegelegenen Berg „Huayna Picchu“, ehe sie immer weitere Teile Machu Picchu’s ins rechte Licht rückten. Das Naturschauspiel, das wir an diesem Morgen erlebten, ist an Magie und Schönheit kaum zu überbieten. Diesen sagenhaften Ausblick auf die Zitadelle von Machu Picchu kann uns niemand mehr nehmen. 

Nachdem wir diesen einmaligen Moment noch eine Weile wirken ließen, führte uns Irving weiter durch Machu Picchu. Er zeigte uns den alten Sonnenkalender, das einzige Haus mit einer „runden Ecke“ auf der gesamten Anlage. Wir stiegen über die Terrassen, die einst der Landwirtschaft dienten, und trafen auf freilebende Lamas. Auf der gesamten Tour erfuhren wir eine Menge neues Wissen über die Kultur der Inka. Unklar ist hingegen noch heute, wofür Machu Picchu einst erbaut wurde. Es gibt Vermutungen, dass es eine bedeutende Stadt im riesigen Reich der Inka gewesen sein könnte. Andere Theorien vermuten in Machu Picchu den Palast der früheren Herrscher des Reichs. Da bis heute keine der Theorien stichhaltig belegt wurde, bleibt weiterhin Raum für persönliche Gedanken und die eigene Phantasie, was uns mehr als recht ist.

Blick über die saftig grünen Wiesen der Zitadelle

Am Ende der Tour verabschiedeten wir uns von Irving, der nach eigener Aussage einen der schönsten Jobs der Welt hat – Tour Guide in Machu Picchu. In der Folge gingen wir ein weiteres Mal durch die alten Gemäuer, dieses Mal zu zweit. Wir reflektierten einmal mehr, was Irving uns zuvor erzählte und entdeckten noch viele Details, die uns bis dahin verborgen geblieben waren. 

Da man bekanntlich gehen soll, wenn es am schönsten ist, verließen wir die Zitadelle danach. Wir fuhren mit dem Bus zurück ins Tal und sinnierten im Hotel noch lange über die Erlebnisse des Tages. Die Erinnerungen an Machu Picchu und die Erlebnisse in den Anden werden uns sicher noch lange im Gedächtnis bleiben.

Ihr habt noch Fragen?

Schreibt eure Fragen gern in die Kommentare unterhalb des Beitrags, damit wir sie euch beantworten können. Lasst gern auch von euch hören, wenn ihr in Machu Picchu gewesen seid und eure Eindrücke mit uns teilen möchtet. Ihr erreicht uns über die Social Media Kanäle, die Kommentarfunktion oder das Kontaktformular. Bis dahin: Gute Reise!

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