Berlin,  Deutschland

🇩🇪 BERLIN

Viele Reisen haben mich in internationale Hauptstädte geführt, ehe ich es im Herbst 2020 erstmalig nach Berlin geschafft habe. Lange habe ich eine Reise an die Spree vor mir hergeschoben, frei nach dem Motto: „Nach Berlin kann man immer noch fahren!“. Stattdessen waren wir in Lima, Tokio, Rom und vielen anderen Weltstädten. Schon vor der Abfahrt in den Osten der Republik war die Selektion der Sehenswürdigkeiten zwischen Fernsehturm und Schloss Bellevue eine wahre Herausforderung. Das Angebot eindrucksvoller Orte deutscher Geschichte ist enorm. Die Einheit aus historischer und moderner Architektur endlos. Am Berliner Hauptbahnhof angekommen, nahmen wir die erste Tram zum Hotel. Nachdem unser Gepäck wenig später auf dem Zimmer abgestellt war, fuhren wir mit der U-Bahn ins Zentrum. Die für uns schönsten Orte Berlins findet ihr im weiteren Verlauf. Garantiert sind es keine Geheimtipps, aber so ist das eben, wenn man das erste Mal in einer Stadt unterwegs ist. Unseren Aufenthalt an der Spree haben wir – so viel sei vorab verraten – sehr genossen. Dennoch haben wir „nur“ den touristischen Teil Berlins kennengelernt. Der deutlich größere Teil wartet somit weiter darauf, von uns entdeckt zu werden. Die Ziele der nächsten Reise stehen schon heute fest und unsere Fortsetzung in der Hauptstadt wird garantiert nicht lange auf sich warten lassen!

  1. Die für uns schönsten Orte Berlins
  2. Bucket List Berlin
  3. Berliner Hot Spots auf einen Blick
  4. Tipps für unterwegs

Die für uns schönsten Orte Berlins

Brandenburger Tor
Zweifellos ist das Brandenburger Tor eines der bekanntesten Wahrzeichen der Hauptstadt. Auf 26 Metern Höhe thront die Quadriga – seit Ende des 18. Jahrhunderts schaut sie auf Berlin. Ihr Blick richtet sich dabei nach Osten, auf die Straße „Unter den Linden“. Dort befinden sich viele sehenswerte Bauten der Stadt, wie der Berliner Dom und einige große Botschaften. In entgegengesetzter Richtung liegen der Tiergarten entlang der „Straße des 17. Juni“ und das Regierungsviertel. Das Brandenburger Tor nimmt somit einen zentralen Platz im Stadtteil Mitte ein und ist ein perfekter Ausgangspunkt für euch auf dem Weg durch die Stadt.

Station:
Brandenburger Tor 🟢 S1, S2, S25, S26; 🟤 U5; 🚌 100, 245

Reichstagsgebäude, Berlin (2020)

Reichstagsgebäude
Das Reichstagsgebäude ist für mich eines der eindrucksvollsten Gebäude Berlins. Der alte Bau – im Krieg schwer beschädigt – wurde rekonstruiert. Die gläserne Kuppel hingegen ist eine moderne Ergänzung, die sich perfekt in das Gesamtbild einfügt. Nicht oft lässt sich eine so gelungene Erweiterung in der Architektur beobachten. Wenn ihr die neumodische Kuppel von innen besichtigt, ergibt sich der Blick in den Plenarsaal des Deutschen Bundestags. Schaut doch mal vorbei und guckt den Politikern bei ihrer Arbeit zu. Ich selbst war bisher leider noch nicht oben. Sicher werde ich dies aber bei nächster Gelegenheit nachholen. Buchungen im Vorfeld verkürzen die Wartezeit.

Station:
U Bundestag 🟤 U5; 🚌 100

Schloss Bellevue & Siegessäule
Der Sitz des Bundespräsidenten befindet sich im nördlichen Teil des großen Tiergartens. Wenn ihr bis zur Haltestelle „Bellevue“ mit dem ÖPNV fahrt, könnt ihr zwischen Bellevuepark und Spree zum Schloss spazieren. Ob der Bundespräsident vor Ort ist, lässt sich an der zentralen Standarte erkennen. In der direkten Nachbarschaft befindet sich zudem die Siegessäule. An ihrer höchsten Stelle in rund 70 Metern Höhe thront die krönende Viktoria mit Blick nach Westen über die „Straße des 17. Juni“. In der Mitte beider Sehenswürdigkeiten empfehle ich euch außerdem einen Besuch des Englischen Gartens. Dieser wurde 1952 eröffnet.

Station:
Bellevue 🟢 S3, S5, S7, S9
Schloss Bellevue 🚌 100, 187
Großer Stern 🚌 100, 106, 187, N26

Berliner Dom
Ehrlich gesagt haben mich die vielen Fotos des Doms in Reiseführern und Internet vor der Reise überhaupt nicht angesprochen. Der Bau wirkte dunkel und wenig einladend. Auf meiner persönlichen Top 10 Liste der Berliner Sehenswürdigkeiten war der Dom daher nicht zu finden. Umso erstaunter war ich, als wir am ersten Tag in der Hauptstadt an dem Gebäude vorbeikamen. Der Dom präsentierte sich uns völlig anders – hell, eindrucksvoll und gewaltig. Sicher hat auch das sonnige Wetter an diesem Tag seinen Anteil dazu beigetragen. Grundsätzlich hat sich meine Meinung vor Ort geändert. Heute sage ich: Besucht unbedingt den Berliner Dom!

Station:
Spandauer Str./Marienkirche 🔴 M1, M4, M5, M6; 🚌 100, 200, 245, N2, N8, N40, N42, N60, N65
Lustgarten 🚌 100, 245, 300

Alexanderplatz & Fernsehturm
Zentral in Berlin-Mitte liegen der Alexanderplatz und der 368 Meter hohe Fernsehturm. Der Turm bietet euch auf rund 200 Metern Höhe einen Rundumblick über die Bundeshauptstadt an. Da sich die Aussichtsplattform dreht, braucht ihr euch dabei nicht einmal zu bewegen. Zu empfehlen ist eine Reservierung, da gewöhnlich mit einer hohen Nachfrage gerechnet werden kann. Rund um den Alexanderplatz laden viele Geschäfte und Kaufhäuser zum Shoppen ein. Zudem findet ihr in der Nähe zentral gelegene Hotels.

Station:
Berlin Alexanderplatz Bahnhof 🟢 S3, S5, S7, S9
Alexanderplatz 🟠 U2; 🟤 U5; 🔵 U8
S+U Alexanderplatz Bhf/Gontardstr. 🔴 M1, M4, M5, M6

East Side Gallery, Berlin (2020)

East Side Gallery
Die East Side Gallery (ESG) im Stadtteil Friedrichshain vereint deutsche Geschichte und moderne Streetart. Ein Teilstück der Berliner Mauer dient als Leinwand. Zu sehen sind vielfältige Kunstwerke – einige regen zum Nachdenken an, andere lassen euch schmunzeln. Im Fokus der Kunst stehen hierbei vor allem Friede und Freude der Vereinigung und der Blick auf das zuvor geteilte Deutschland. Eines der populärsten Werke der ESG ist der Bruderkuss, der nach seiner Fertigstellung 1990 weltweit bekannt wurde. Darauf zu sehen sind Leonid Breschnew und Erich Honecker (die beiden Staatsmänner von Sowjetunion und DDR). Der Besuch der East Side Gallery ist kostenfrei möglich.

Station:
S+U Warschauer Str. 🟢 S3, S5, S7, S9; 🔴 M8, M10; 🚌 300, 347, N1

Gendarmenmarkt
Einer der Plätze, auf die ich mich vor unserer Berlinreise am meisten gefreut habe, ist der Gendarmenmarkt. Seine Lage ist optimal zwischen Brandenburger Tor und Museumsinsel. Äußerst eindrucksvoll sind die zwei großen Kirchen – der deutsche Dom im Süden und der französische Dom im Norden. Die Gebäude sind baugleich, fast so, als stünde ein Spiegel im Zentrum des Platzes. In der Mitte beider Gotteshäuser befindet sich das Berliner Konzerthaus. Vor allem von den oberen Stufen der breit angelegten Treppe habt ihr einen perfekten Blick über den Platz. Die Ostseite bietet zudem einen guten Standpunkt für Fotos.

Station:
U Hausvogteiplatz 🟠 U2
U Französische Str. 🟣 U6

Checkpoint Charlie
Der Checkpoint Charlie ist ein historischer Ort. Früher verlief an dieser Stelle die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Hier standen sich die Sowjetunion und die USA rund drei Jahrzehnte lang gegenüber. Der heutige Kontrollposten ist ein Nachbau und ein beliebter Foto Hotspot. Direkt nebenan könnt ihr das Mauermuseum besuchen. Dort erfahrt ihr mehr über das Leben in den Besatzungszonen und die Teilung der deutschen Hauptstadt. Die Besichtigung von Checkpoint Charlie ist kostenfrei.

Station:
U Kochstr./Checkpoint Charlie 🟣 U6; 🚌 M29, N6

Hackesche Höfe
Im Stadtteil Mitte findet ihr die acht Hackeschen Höfe. Sobald ihr diese betreten habt, werdet ihr das Gefühl haben, in einer anderen Stadt zu sein. Den Verkehr Berlins habt ihr hinter euch gelassen. Ebenso die großen Kaufhäuser und Fast Food Ketten. In den Erdgeschossen der Höfe trefft ihr hingegen auf eine Vielzahl kleiner Ladenlokale. Hier habt ihr die Möglichkeit, ein leckeres Eis und frischen Kaffee zu genießen. Weitere Läden bieten lokale Produkte und Kleidung an. In den oberen Stockwerken des Gebäudekomplexes befinden sich zudem Wohnungen, im ersten der acht Höfe sogar ein Kino- und Theatersaal. Der Zugang zu den Höfen ist kostenlos.

Station:
Hackescher Markt 🟢 S3, S5, S7, S9; 🔴 M1, M4, M5, M6; 🚌 N42
U Weinmeisterstr. 🔵 U8; 🔴 M5, M6; 🚌 N42

Neue Synagoge
Die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße ist bereits aus der Ferne gut zu erkennen. Die große goldene Kuppel sticht schnell ins Auge und setzt sich eindrucksvoll von den umliegenden Häusern ab. Ursprünglich wurde das Gebäude Mitte des 19. Jahrhunderts eingeweiht und gehört zu den bedeutendsten seiner Art in Deutschland. Vor allem für die jüdische Gemeinde in Berlin hat der Bau einen gewaltigen Stellenwert. Im Nachbargebäude könnt ihr zudem das Centrum Judaicum besuchen. Die dortige Ausstellung fokussiert sich auf die Geschichte der Neuen Synagoge.

Station:
Oranienburger Str. 🟢 S1, S2, S25, S26; 🔴 M1, M5

Zentralflughafen Tempelhof & Luftbrückendenkmal
Touristen in Berlin freuen sich auf das Brandenburger Tor und Schloss Bellevue. Habt ihr aber schon einmal vom alten Flughafen in Tempelhof gehört. Erst 2008 wurde der Flugbetrieb eingestellt. Kurze Zeit später wurde das Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Gebäude kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Das Tempelhofer Feld, rund um die Start- und Landebahn, ist heute in den Händen der Berliner. Hier könnt ihr im Sommer grillen und den Sonnenuntergang über der Hauptstadt genießen. Außerdem bietet die Fläche den optimalen Ort zum Paragliding und Drachensteigen im Herbst. Wenn ihr etwas Zeit übrig habt, schaut unbedingt einmal in Tempelhof vorbei!

Station:
Platz der Luftbrücke 🟣 U6; 🚌 104, 248, N6, N42
U-Bahnhof Paradestr. 🟣 U6; 🚌 N6

Bucket List Berlin

Wie eingangs erwähnt, haben wir in der kurzen Zeit in Berlin nur einen Bruchteil der Stadt gesehen. Viele Ziele, für die wir auf unserer ersten Reise durch die Hauptstadt keine Zeit gefunden haben, stehen dafür auf unserer Bucket List. Eine Bucket List ist in diesem Kontext eine Auflistung von Orten, die wir unbedingt besuchen möchten. Wann wir die Zeit finden, erneut nach Berlin zu fahren, bleibt abzuwarten. Allzu lange wird es aber gewiss nicht dauern!

Funkturm (🟠 U2)
Karl-Marx-Allee (🟤 U5)
Kaufhaus des Westens (KdW) (🟢 U1; 🟠 U2; 🔵 U3)
Kurfürstendamm (🟢 U1; 🟠 U9)
Museumsinsel (🚌 147, 265)

Olympiastadion (🟢 S3, S9; 🟠 U2)
Schloss Charlottenburg (🔵 U7)
Teufelsberg (🟢 S3, S9)
Tränenpalast (🟢 S1-S3, S5, S7, S9; 🟣 U6)

Berliner Hot Spots auf einen Blick

(Blau = Anreisepunkte; Orange = Besuchte Orte; Rot = Bucket List)

Tipps für unterwegs

An dieser Stelle kennt ihr schon unsere Reiseroute durch Berlin und unsere Bucket List mit den Zielen der nächsten Reise in die Hauptstadt. Grund genug für uns, unsere Erfahrungen und Tipps mit euch zu teilen. Den einen oder anderen Hinweis könnt ihr gegebenenfalls gebrauchen, um selbst eine unvergessliche Reise durch Berlin zu erleben.

Jede Reise beginnt mit der Anreise zum Zielort. Berlin liegt im Osten Deutschlands, weshalb ihr euch im Vorfeld die Frage stellen müsst, wie ihr an die Spree gelangt. Optionen sind die Fahrt mit dem Auto, dem Zug oder Fernbus. Ein Flug ist ebenfalls eine denkbare Möglichkeit. Uns wurde schnell klar, dass die Anreise mit dem Auto für uns keine Option ist. Die Fahrt aus Köln dauert zu lang. Darüber hinaus ist die Strecke Stau anfällig und nach der Ankunft ist zumindest der Fahrer zwangsweise müde. Der Flug innerhalb Deutschlands fiel in der Betrachtung ebenfalls schnell durch. Allein mit Blick auf die Nachhaltigkeit ist ein Inlandsflug von NRW nach Berlin keine ernsthafte Alternative. Letztlich entschieden wir uns für die Bahn. Die Nachhaltigkeit ist im Vergleich gegeben und zeitlich gesehen waren wir nur vier Stunden und 20 Minuten unterwegs – top.

Berlin ist flächenmäßig wahnsinnig groß. Umso mehr Bedeutung hatte für uns das Tagesticket des ÖPNV. Einige Strecken konnten wir damit schnell zurücklegen und die Beine waren abends nur halb so schwer. Insgesamt ist Berlin in zwei Tarifzonen unterteilt. Die Tarifzone innerhalb des S-Bahn-Rings und die Tarifzone außerhalb. Eines ist auf jeden Fall sicher: Unterschätzt niemals die Distanzen einer Großstadt. Andernfalls endet ein Spaziergang schnell in einer Wanderung. An deren Ende warten allerdings leckere Cafés und Restaurants auf euch.

Wenn wir bereits über den Transport von A nach B sprechen, habe ich einen weiteren Tipp für euch. Es macht Sinn, dass ihr euch vor dem Start in den Tag anschaut, wo sich die von euch anvisierten Sehenswürdigkeiten in der Stadt befinden. Nicht selten liegen sie an derselben U-Bahn-Linie, sodass eine sinnvolle Kombination eurer Ziele Zeit spart. Anbei findet ihr einige mögliche Konstellation aus den von uns besuchten Orten:

🟢 S3 – Gedächtniskirche – Schloss Bellevue – Berlin Hbf. – Hackesche Höfe – Alexanderplatz – East Side Gallery
🟠 U2 – Gedächtniskirche – Potsdamer Platz – Gendarmenmarkt – Alexanderplatz
🟣 U6 – Neue Synagoge – Gendarmenmarkt – Checkpoint Charlie – Luftbrückendenkmal – Flughafen Tempelhof
🚌 Bus 100 – Gedächtniskirche – Siegessäule – Schloss Bellevue – Reichstagsgebäude – Brandenburger Tor – Unter den Linden – Berliner Dom – Alexanderplatz

Die stark frequentierten Sehenswürdigkeiten solltet ihr im Übrigen vor eurer Reise online buchen. Ihr entgeht dadurch den langen Warteschlangen am Eingang und könnt eure Zeit deutlich effizienter nutzen. Zudem habt ihr durch die frühe Buchung etwas, um die Vorfreude zu steigern.

Trotz der Lobeshymnen auf den Berliner ÖPNV solltet ihr nicht vergessen, den einen oder anderen Spaziergang einzuplanen. Wer eine Stadt zu Fuß entdeckt, der sieht am meisten von ihr. In Berlin eröffnen sich, während ihr durch die Straßen schlendert, viele Einblicke in kleine Gassen. Schaut auf jeden Fall auch einmal in die öffentlich zugänglichen Innenhöfe. Dort verbergen sich nicht selten kleine Läden mit nicht immer alltäglichen Produkten.

Ihr habt noch Fragen?

Schreibt eure Fragen gern in die Kommentare unterhalb des Beitrags, damit wir sie euch beantworten können. Lasst gern auch von euch hören, wenn ihr in Berlin gewesen seid und eure Eindrücke mit uns teilen möchtet. Ihr erreicht uns über die Social Media Kanäle, die Kommentarfunktion oder das Kontaktformular. Bis dahin: Gute Reise!

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