Deutschland,  Rheinland-Pfalz

🇩🇪 Einst brodelnder Vulkan, heute Ausflugsziel in der Eifel – der Laacher See

Vor rund 13.000 Jahren brach der Laacher Vulkan in der Eifel nahe Koblenz letztmalig aus. Seismische, wie auch vulkanische Aktivitäten können aber auch heute noch in der Eifel beobachtet werden. Darüber hinaus ist der Laacher See im Laufe der Zeit zu einem beliebten Ausflugsziel in der Region geworden. Hierher treibt es Familien mit Kindern, Wanderer und Radfahrer ebenso wie Hobby-Vulkanologen und Städter, die einen Ausgleich zum fortlaufenden Alltag suchen.

Blick auf den Laacher See aus nördlicher Richtung

Es ist absolut großartig ein so attraktives Ausflugsziel wie den Laacher See in der Vulkaneifel mehr oder weniger direkt vor der Haustür zu haben. Um mehr über den See, seine Umgebung und die noch heute sichtbare vulkanische Aktivität zu erfahren, hatte ich mich dazu entschlossen um den See herumzuwandern. Die Entferung um den See (kleine Runde am Ufer) beträgt rund neun Kilometer und somit eine Entferung, die bequem zu bewätigen ist. Insgesamt habe ich für die Umrundung etwa drei Stunden Zeit eingeplant – einschließlich kleinerer Pausen, um die Natur des Sees und des angrenzenden Waldgebiets zu genießen und die vielen verschiedenen Tiere, die mir glücklicherweise während meiner Seeumrundung begegnet sind zu beobachten.

Unser Auto parkte ich in einer Parktasche am Straßenrand der Landstraße L113 nordwestlich des Laacher Sees und begann von hieraus meine Wanderung in südliche Richtung. Der erste Teil des Wegs führte mich über einen Waldboden, einige Meter vom Seeufer entfernt, zu der südlich des Sees gelegenen Benediktinerabteil Maria Laach. Das große Hauptgebäude der Abteil ist bereits aus der Ferne gut sichtbar und die Türme der Abteil stechen zwischen den Bäumen am Wegrand gut heraus. Etwa auf der Hälfte des Wegs verwandelte sich der bis dahin trockene Waldweg für einige hundert Meter zu einem Sumpfgebiet. Jahreszeitlich bedingt und sicherlich auch auf Grund des an dieser Stelle entstandenen Sumpfes konnte ich die diesjährige Krötenwanderung beobachten. Die Amphibien kreuzten den Weg von rechts, aus dem nahegelegenen Wald kommend, nach links, hin zum Ufer des Laacher Sees – Zwischenstopp war der beschriebene Sumpf mit seinen kürzlich entstandenen Pfützen und Wasserstellen, in denen sich die Tiere erst einmal von ihrer vorletzten Etappe erholen konnten. Nach kurzem Stopp und dem Beobachten des Treibens setzte ich meinen Weg fort und erreichte kurze Zeit später Maria Laach.

Am Seeufer, unterhalb der Klosterbebauungen, legte ich erneut einen kurzen Stopp ein. Dies war die erste Stelle, seitdem ich das Auto nordwestlich des Sees geparkt hatte, an der sich die Möglichkeit ergab, direkt bis an das Ufer heranzukommen. Rund um den dort eingerichteten Aussichtspunkt auf den Laacher See befinden sich Sitzgelegenheiten und verschiedene Informationstafeln, die ihren Lesern viel Wissen rund um die Region vermitteln. Der Blick aus südlicher Richtung ermöglicht eine Aussicht über das trockene Schilf im seichten Wasser hinweg auf den rund drei Quadratkilometer großen See bis hin zu dessen bewaldeter Außengrenzen an den übrigen Ufern. Einige Stockenten bauen gerade ihre Nester am Seeufer und schwammen gelegentlich über die ansonsten ruhige Wasseroberfläche.

Auf dem weiteren Weg entlang des Laacher Sees folgen nun landwirtschaftlich genutzte Felder, die für die Bepflanzung und Aussaat bereits vorbereitet waren, vorbei an einer Rinderweide und Freilandhühnern, hinauf zum Waldrand am südöstichen Rand des Sees. Kurz hinter Maria Laach können außerdem die Knospen der dortigen Apfelbäume begutachtet werden, die bereits in ihrer rosa Färbung erstrahlen, wie auch die in voller Blüte stehenden Kirschbäume am Straßenrand.

Eine im Vergleich zum Südufer sehr gegensätzliche Seelandschaft zeigt sich im nordöstlichen Teil des Laachener Sees. Hier kommen nun, neben den Wanderern und Radfahrern, die bei der Umrundung des kreisförmigen Wassers – ähnlich wie ich – sicherlich ihre volle Freude haben, die Hobby-Vulkanologen gänzlich auf ihre Kosten. Als ich von dem breiten Waldweg auf einen schmaleren Pfad, der direkt am Wasser verläuft, gewechselt bin, habe ich einen modrigen Geruch wahrgenommen. Relativ schnell fragte ich mich, wo die Quelle für den aufdringlichen Geruch zu finden ist, bis mit einem Geräusch, ähnlich dem von kochendem Wasser, eine zweite Komponente ins Spiel kam. Wenig später konnte ich die Quelle festmachen, die augenscheinlich im See selbst lag. An unzähligen Stellen, die einen in Ufernähe, die anderen einige Meter im See, stiegen Gasblasen vom Grund des Sees an die Wasseroberfläche und verpufften dort wie die Luftblasen von kochendem Nudelwasser im heimischen Kochtopf. Eindeutig waren die Blasen auch die Quelle des aufdringlichen Geruchs und zweifellos auch der Beleg für die vulkanische Aktivität des Laacher Sees. Eindrucksvoll und unecht wirkend zugleich beobachtete ich das Aufsteigen des Kohlendioxids aus dem Erdinneren eine Weile gespannt. Nachdem einige Zeit vergangen war setzte ich, wenn auch widerwillig, aber im Anbetracht der fortschreitenden Zeit nachvollziehbar, die Wanderung fort, um die Seeumrundung nach guten drei Stunden abzuschließen. Auf den letzten Metern wurde mein Weg noch einmal von drei wandernden Kröten und einer kräftig grünen Eidechse gekreuzt, ehe ich wieder am Auto ankam.

Eine schöne Wanderung voller interessanter Ort, toller Beobachtungen und großartiger Begegnungen ging zu Ende. Was ich aber auf jeden Fall weiß, ist, dass ich schon bald an den Laacher See zurückkehren werde und eine weitere Wanderroute an diesem unglaublichen Ort austesten werde – möglicherweise die Route „1“, eine etwas weitläufigere Route, die unter anderem an zwei über dem See gelegenenen Aussichtsplattformen vorbeiführt. Der Weg, den ich oben beschrieben habe, ist übrigens die Uferroute „2“, falls ihr den Weg selbst einmal nachgehen möchtet.

FRAGEN
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