Europa,  Schweden

🚗 Mit dem eigenen Auto nach Skandinavien

Im Sommer 2019 haben wir uns dafür entschieden, unseren Urlaub einmal anders zu gestalten, als wir es in den Jahren zuvor getan hatten. Diesmal flogen wir nicht in die Ferne oder genossen die Sommerzeit an einem der goldenen Strände Griechenlands. Wir wollten nach Skandinavien – mit dem eigenen Auto. Zunächst fuhren wir über Dänemark nach Norwegen und im Anschluss daran über Schweden und die Öresundbrücke zurück an den Rhein!

Rückblickend betrachtet war unsere Reise mit dem Auto durch Skandinavien die vielleicht intensivste und vielseitigste Reise, die wir bisher gemacht haben. Sicher hätten wir uns auch dafür entscheiden können nach Skandinavien zu fliegen, dort einen Mietwagen zu nehmen und damit bis nach Stockholm zu fahren. Dort angekommen hätten wir ihn am Flughafen Arlanda zurückgegeben und wären in den nächsten Flieger zurück nach Köln gestiegen. Hätten wir uns für diese Alternative entschieden, wären wir aber vermutlich immer noch nicht in Flensburg gewesen, hätten keinen Hafenspaziergang durch die Hansestadt gemacht und wären auch nicht in Skagen (Dänemark) gewesen, wo die Nordsee und die Ostsee aufeinandertreffen. Eine der ältestens Stabkirchen Norwegens in Borgund wäre uns entgangen und auch die Reise durch Norwegens eindrucksvolle Natur hätten wir verpasst. Allesamt tolle Augenblicke und Momente, die wir nicht missen möchten. Auch die Nordsee Überquerung mit der Autofähre war eine interessante Erfahrung – von Hirtshals im Norden Dänemarks bis nach Kristiansand, der südnorwegischen Hafenstadt – wenn wir auch zeitweise durch dichten Neben fuhren und nicht allzu viel um uns herum sehen konnten.

Unsere weitere Route führte uns schließlich in die norwegischen Hafenstädte Stavanger und Bergen, vorbei an einer der ältesten Stabkirchen Norwegens in Borgund nach Oslo, an den drittgrößten See Europas – Vänern in Schweden – nach Karlstad und Stockholm, ehe wir über Malmö, die Öresundbrücke und Hamburg zurück ins Rheinland fuhren.

Bevor wir jedoch in das Abenteuer Skandinavien aufbrachen, waren eine ganze Reihe Dinge zu bedenken. Welche Route wollen wir fahren? Was benötigen wir für die Fahrt? Worin unterscheiden sich die skandinavischen Verkehrsregeln von den deutschen? Die Antworten auf diese Fragen und die Erfahrungen, die wir auch unserer Reise durch Dänemark, Norwegen und Schweden gesammelt haben, möchten wir gern mit euch teilen.

ERSTE PLANUNGEN
Bevor ihr mit euren Planungen zu tief ins Detail geht, solltet ihr euch darüber im klaren sein, welche Stationen ihr auf eurer Route einbauen wollt. Hiervon solltet ihr abhängig machen, ob ihr weitere Zwischenstopps einbaut und welche Strecke ihr zwischen euren Stationen wählt. In Skandinavien gibt es auf nahezu jeder Straße eine Geschwindigkeitsbegrenzung und auf vielen Straßen – speziell in Norwegen – fahrt ihr nicht schneller als 40-70 km/h. Das führt dazu, dass eine scheinbar kurze Distanz deutlich mehr Zeit beansprucht, als ihr es aus Deutschland gewohnt seid. Hinzu kommen lange Tunnel, teils steil bergab bzw. steil bergauf, um auf die gegenüberliegende Seite großer Fjorde zu gelangen. Unsere längste Fahrt von Bergen nach Oslo dauerte ca. 7.30 Stunden – eine Fahrtdauer, die wir auch bei weiteren Etappen als Obergrenze festgelegt haben und nach der es an der Zeit ist eine längere Pause einzulegen. 

“Nutze auf einer längeren Strecke steil bergab denselben Gang, in dem du die Steigung in umgekehrte Richtung hinauffahren würdest, um eine Überhitzung der Bremsen zu vermeiden.”

Teilweise sind die Strecken, die ihr mit eurem Auto befahrt, nicht geteert. Ihr fahrt abseits der Schnellstraßen oft auf Geröll, Kies oder Schotter, vorbei an kleinen und großen Seen durch dichte Nadelwälder. Auch durch die wechselnden Straßenbelege braucht ihr auf einigen Strecken mehr Zeit, als ursprünglich geplant. Mutet euch daher nicht zu viel zu.

Auf der Strecke von Köln nach Hirtshals (DK) haben wir einen Zwischenstopp in Flensburg eingelegt, um die Strecke zu teilen. Dasselbe haben wir mit der Strecke von Oslo (NOR) nach Stockholm (SWE) getan, auf der wir einen Zwischenstopp in Karlstad (SWE) eingebaut haben und für die Strecke von Malmö (SWE) zurück nach Köln – Zwischenstopp in Hamburg. Die übrigen Teilstrecken lassen sich problemlos an einem Tag zurücklegen. 

WAS MUSS VOR DER ABFAHRT INS AUTO?Klar, alle Mitreisenden und euer Gepäck sollten sich vor der Abfahrt nach Skandinavien im Auto befinden. Aber habt ihr auch an die Überprüfung eures Erste Hilfe Kastens und das Einpacken des Felgenschlosses gedacht?

Warnwesten, Warndreieck und Verbandskasten gehören auch in Deutschland zwingend ins Auto. Bei jeder Überprüfung eures Autos in der Werkstatt werfen die Mechaniker auch einen Blick auf das Sicherheitsequipment. Garantiert wärt ihr aber nicht die ersten, die trotz aller Überprüfung in der Werkstatt mit einem abgelaufenen Verbandskasten oder fehlendem Warndreieck auf die Reise geht. Prüft daher einige Tage vor eurer Abreise noch einmal alles auf Vollständigkeit und Gültigkeit, damit ihr im Zweifelsfall noch ausreichend Zeit habt, um Ersatz zu beschaffen und nachzurüsten. Die Warnwesten gehören übrigens in den Fahrzeuginnenraum, damit sie im Bedarfsfall griffbereit verfügbar sind – nicht in den Kofferraum!

Auch das Scheibenwischwasser solltet ihr vor eurer Fahrt auffüllen und ein wenig Reserve in den Kofferraum packen. Zwar könnt ihr Scheibenwischwasser auch in Skandinavien kaufen, wenn ihr es aber schon dabei habt, braucht ihr vor Ort nicht danach zu suchen. Auch den Reifendruck solltet ihr vor Aufbruch in den hohen Norden noch einmal prüfen, da dieser bei voller Beladung des Autos erhöht werden muss (Referenzen findet ihr in der Regel im Rahmen der Fahrertür oder auf der Innenseite des Tankdeckels). Wichtig ist außerdem, dass ihr den Adapter für euer Felgenschloss nicht vergesst, falls ihr an eurem Auto ein Felgenschloss nutzt. Es gibt schließlich nichts Ärgerlicheres, als wenn ihr euch einen platten Reifen fahrt und diesen nicht wechseln könnt, weil ihr den Reifen auf Grund des Felgenschlosses nicht demontieren könnt.

“Tankt euer Auto nicht erst kurz vor knapp. Zwar gibt es in jeder Stadt Tankstellen, das Tankstellennetz nimmt jedoch ab, je weiter ihr nach Norden fahrt”

Auch das Kartenmaterial eures Navigationssystems solltet ihr bereits einige Tage vor der Abreise prüfen. Hierbei solltet ihr im Wesentlichen darauf achten, dass die benötigten Karten verfügbar sind und im Bedarfsfall nachgekauft werden können. Zwar ist das WLAN Netz in den skandinavischen Ländern unserer Erfahrung nach deutlich flächendeckender und besser ausgebaut als in Deutschland, jedoch würden wir uns nicht ausschließlich auf GoogleMaps* verlassen – es ist sicherlich gut und verfügt grundsätzlich über sehr aktuelles Kartenmaterial, aber auch in Norwegen und Schweden gibt es Funklöcher.

WAS KANN VORAB GEBUCHT WERDEN?
Selbst wenn ihr euch möglichst lange offen halten wollt, wann ihr wohin weiterreist, ist es empfehlenswert, einige Dinge bereits vor der Abfahrt aus Deutschland zu buchen. Wir haben uns dafür entschieden bereits weit im Vorfeld die Autofähre von Dänemark nach Norwegen zu buchen. Dadurch wussten wir bereits sehr früh, wann wir am Hafen in Hirtshals sein mussten und hatten eine verbindliche Zusage und einen Platz auf der Fähre – sowohl für uns an Deck, als auch für unser Auto. Beides ist euch nicht garantiert, wenn ihr die Überfahrt erst kurzfristig bucht, da die verfügbaren Plätze weniger werden, je näher ihr an das eurem Abreisedatum kommt – logisch. Auch die Preise für die Fährschiffe steigen mit der Zeit, sodass ihr bei einer frühzeitigen Buchung neben der Planungssicherheit auch noch Geld sparen könnt. 

Außerdem empfiehlt es sich, dass ihr euch vor der Reise online für die Erhebung der Mautgebüren in Norwegen registriert (z. B. https://www.epcplc.com/de#)*. Nachdem ihr euch registriert und eure Fahrzeugdaten hinterlegt habt, könnt ihr die allermeisten norwegischen Straßen passieren, ohne zur Zahlung einer Mautgebühr anhalten zu müssen. Euer Auto wird elektronisch erfasst und die erhobene Maut wird einige Wochen später auf eurem registrierten Account hinterlegt. Anschließend könnt ihr eure Rechnungen einsehen und die Mautzahlung veranlassen. Für Schweden ist einer derartige Registrierung nicht erforderlich. Ihr erhaltet die Rechnung für die in Schweden zu entrichtende Maut per Post nach Hause geschickt. Euer Kennzeichen wird auch in Schweden elektronisch erfasst und eure Adresse über das Zulassungsregister ermittelt. 

FRAGEN
Ihr habt noch Fragen zu unserer Reise durch Norwegen und Schweden? Schreibt eure Fragen gern in die Kommentare unterhalb des Beitrags 👇🏼, damit wir sie euch beantworten können.

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